Eine trockene Nase merkst du oft erst, wenn die Heizung zum ersten Mal wieder läuft. Die Naseninnenseite spannt, brennt leicht, und beim Schnäuzen landet eine Kruste im Taschentuch, manchmal mit einer Spur Blut. Nicht verstopft, aber den ganzen Tag unangenehm präsent. Hier liest du, woher eine trockene Nase kommt, was du zu Hause selbst dagegen tun kannst und wann du besser zum Hausarzt gehst.
So erkennst du eine trockene Nase
Die Naseninnenseite ist mit Schleimhaut ausgekleidet, die normalerweise feucht bleibt. Diese Feuchtigkeit fängt Staub und Keime ab und wärmt und befeuchtet die Atemluft, bevor sie die Lunge erreicht. Trocknet die Schleimhaut aus, merkst du das an:
- einem spannenden oder brennenden Gefühl in der Nase;
- Krusten in der Nase, die immer wiederkommen;
- einer Nase, die beim Schnäuzen schnell ein wenig blutet;
- einem trockenen Hals beim Aufwachen, vor allem im Winter.
Viele Menschen haben vor allem morgens Beschwerden. Tagsüber trinkst du und bewegst dich, nachts liegst du stundenlang still in einem warmen, trockenen Zimmer.
Woher eine trockene Nase kommt
Trockene Luft in Innenräumen
Das ist mit Abstand die häufigste Ursache, und genau der Grund, warum die Beschwerden im Oktober anfangen. Kalte Außenluft enthält wenig Feuchtigkeit. Wärmst du diese Luft drinnen mit der Heizung auf, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit schnell unter 30 Prozent. Deine Schleimhaut gibt dann den ganzen Tag Feuchtigkeit an die Luft ab statt umgekehrt. Im Schlafzimmer kommt dazu, dass du dort acht Stunden am Stück liegst, ohne zu trinken.
Erkältung und häufiges Schnäuzen
Bei einer Erkältung schnäuzt du dich dutzende Male am Tag. Jedes Mal reibst du über dieselbe Hautstelle direkt im Nasenloch. Nach ein paar Tagen ist sie wund und trocken, auch wenn die Erkältung selbst schon vorbei ist.
Zu langer Gebrauch von Nasenspray
Ein abschwellendes Nasenspray (mit Xylometazolin) ist für ein paar Tage gedacht. Im Beipackzettel steht ein Maximum von sieben Tagen, und das nicht ohne Grund. Benutzt du es länger, wird die Schleimhaut gereizt und trocken, und die Nase geht erst recht öfter zu.
Andere Ursachen
Klimaanlage im Auto oder im Büro, Rauchen, manche Medikamente (etwa Antihistaminika gegen Heuschnupfen) und das Älterwerden spielen ebenfalls eine Rolle. Mit den Jahren produziert die Schleimhaut einfach weniger Feuchtigkeit.
Was du selbst gegen eine trockene Nase tun kannst
Halte die Luft zu Hause feuchter
Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent empfinden die meisten Menschen als angenehm. Ein Hygrometer kostet ein paar Euro und zeigt dir sofort, wo du stehst. Liegst du darunter: Heizung ein Grad niedriger stellen, jeden Tag eine Viertelstunde bei offenem Fenster lüften und eine Schale Wasser an die Heizung hängen oder einen Luftbefeuchter benutzen. Wechsle das Wasser täglich, sonst züchtest du darin Schimmel.
Spüle deine Nase mit einer Salzlösung
Eine lauwarme Salzlösung befeuchtet die Schleimhaut, weicht Krusten auf und spült Staub und eingetrockneten Schleim weg. Nimm ein fertiges Beutelchen Nasenspülsalz, dann stimmt das Verhältnis von Salz und Wasser und es brennt nicht. Eine Nasendusche mit 90 Beuteln Spülsalz ist dafür am praktischsten, und die losen Beutel Nasenspülsalz füllst du später einfach nach. Mach es einmal am Tag, am besten abends vor dem Schlafen, damit deine Schleimhaut feucht in die Nacht geht. Wie das Schritt für Schritt geht, liest du in Nasendusche anwenden: so reinigst du deine Nase.
Lass die Krusten in Ruhe
Bohren ist verlockend, aber jedes Mal, wenn du eine Kruste abziehst, ziehst du auch ein Stück Schleimhaut mit. Diese kleine Wunde bildet wieder eine neue Kruste. Weiche Krusten lieber durch Spülen oder ein paar Minuten Inhalieren über einer Schüssel mit warmem Wasser auf und schnäuze danach sanft, ein Nasenloch nach dem anderen.
Pflege die Innenseite deines Nasenlochs
Für den trockenen, wunden Rand direkt im Nasenloch eignet sich eine Nasensalbe oder ein Gel auf Wasserbasis aus der Drogerie. Trage mit einem Wattestäbchen eine dünne Schicht auf, nur auf den vorderen Teil. Vaseline oder andere fettige Salben solltest du besser nicht tief in die Nase geben.
Trink genug und geh vorsichtig mit Nasenspray um
Trink über den Tag verteilt und stell dir ein Glas Wasser neben das Bett. Bei einer Erkältung: Nasenspray höchstens ein paar Tage hintereinander benutzen und lieber mit Salz spülen, wenn sich die Nase vor allem zäh und trocken anfühlt.
Wann gehst du zum Hausarzt?
Eine trockene Nase durch die Heizung ist lästig, aber nicht gefährlich. Vereinbare einen Termin, wenn die Beschwerden trotz der Tipps oben länger als ein paar Wochen anhalten, wenn du oft oder stark Nasenbluten hast, wenn die Beschwerden nur auf einer Seite sind, wenn Schmerzen dazukommen oder wenn du kürzlich an der Nase operiert wurdest. Der Hausarzt kann dann prüfen, ob mehr dahintersteckt als trockene Luft.
Häufig gestellte Fragen
Warum habe ich morgens eine trockene Nase und tagsüber nicht?
Nachts liegst du stundenlang in einem warmen Schlafzimmer mit trockener Luft, ohne zu trinken oder dich zu bewegen. Tagsüber erholt sich die Schleimhaut, weil du trinkst und die Luft draußen feuchter ist. Heizung niedriger, eine Schale Wasser an der Heizung und abends spülen machen den Unterschied meist schon kleiner.
Wie oft darf ich bei einer trockenen Nase die Nase spülen?
Einmal am Tag reicht für die meisten Menschen, bei einer Erkältung darf es zweimal sein. Nimm immer lauwarmes, abgekochtes und abgekühltes Wasser mit einem fertigen Beutelchen Spülsalz. Sticht oder brennt es, stimmt die Temperatur oder das Verhältnis nicht.
Darf ich Vaseline gegen Krusten in die Nase geben?
Lieber nicht tief in die Nase. Eine dünne Schicht auf dem Rand des Nasenlochs geht, aber für die Innenseite ist eine Nasensalbe oder ein Gel auf Wasserbasis aus der Drogerie besser geeignet. Frag im Zweifel in der Drogerie oder Apotheke nach.
Kommt meine trockene Nase vom Nasenspray?
Das kann sein, wenn du ein Nasenspray mit Xylometazolin länger als sieben Tage hintereinander benutzt. Die Schleimhaut wird dann gereizt und trocken. Reduziere den Gebrauch schrittweise und spüle in der Zwischenzeit mit einer Salzlösung, das darfst du jeden Tag tun.
Miss heute Abend einmal die Luftfeuchtigkeit in deinem Schlafzimmer, stell ein Glas Wasser bereit und spüle vor dem Schlafen deine Nase. Gut möglich, dass du morgen früh schon mit einem angenehmeren Gefühl in der Nase aufwachst.