Eine nachts verstopfte Nase fühlt sich unfair an. Tagsüber denkst du nicht über deine Atmung nach, und kaum liegst du im Bett, geht ein Nasenloch zu. Du drehst dich auf die andere Seite, dieses Nasenloch wird frei und das erste sitzt wieder fest. Eine Stunde später liegst du mit offenem Mund da und atmest.
Meistens ist nichts kaputt. Nachts passieren in deiner Nase mehrere ganz normale Dinge gleichzeitig, und zusammen sorgen sie dafür, dass es dir plötzlich auffällt. Hier liest du, was dabei passiert und was du abends selbst tun kannst.
Warum deine Nase gerade nachts zugeht
Du liegst flach
Sobald du dich hinlegst, ändert sich der Druck in den Blutgefäßen deines Kopfes. Die Schleimhaut in der Nase schwillt dadurch etwas an. Stehst oder sitzt du aufrecht, fließt das Blut leichter ab. Im Bett nicht. Das ist die einfachste Erklärung für eine Nase, die erst nach dem Zubettgehen dichtmacht.
Der Nasenzyklus läuft einfach weiter
Deine Nase wechselt sich den ganzen Tag ab. Ein Nasenloch übernimmt den größten Teil der Arbeit, das andere läuft ein paar Stunden auf halber Kraft. Das nennt sich Nasenzyklus und ist normal. Tagsüber merkst du nichts davon, weil genug Platz übrig bleibt und du mit anderen Dingen beschäftigt bist. In einem stillen Schlafzimmer fällt es plötzlich stark auf. Wenn du nach "nachts ein Nasenloch verstopft" suchst, ist das oft der Grund.
Die Luft im Schlafzimmer ist trocken
Mit eingeschalteter Heizung oder geschlossenen Fenstern sinkt die Luftfeuchtigkeit. Trockene Luft macht den Schleim in deiner Nase zäher, und zäher Schleim ist im Weg. Du merkst es auch an einem trockenen Hals beim Aufwachen.
Hausstaubmilben sitzen in Matratze und Kissen
Hausstaubmilben leben in der Bettwäsche. Bist du empfindlich, reagiert deine Nase genau an der Stelle, an der du sieben oder acht Stunden pro Nacht liegst. Beschwerden, die nur im Bett auftreten und tagsüber verschwinden, deuten oft in diese Richtung.
Erkältung oder Heuschnupfen
Bei einer Erkältung oder Pollenallergie ist deine Schleimhaut ohnehin dicker als sonst. Kommen das Liegen und die trockene Luft dazu, wird der Unterschied zwischen Tag und Nacht groß. In der Pollensaison kommen Pollen außerdem über Haare und Kleidung mit ins Bett.
Was du abends selbst tun kannst
Schlaf mit erhöhtem Kopf
Ein zusätzliches Kissen oder ein paar Zentimeter am Kopfende bringen oft schon etwas. Den Kopf höher als das Herz zu halten wirkt dem Anschwellen entgegen. Viele Menschen schlafen auf der Seite angenehmer als flach auf dem Rücken.
Halte die Luft etwas feuchter
Dreh die Heizung im Schlafzimmer herunter und lüfte tagsüber eine Viertelstunde bei offenem Fenster. Ein Luftbefeuchter oder eine Schale Wasser an der Heizung hält die Luft weniger trocken. Wechsle das Wasser täglich, sonst wird das Gerät selbst zum Problem.
Spüle deine Nase vor dem Schlafen
Spülen entfernt Schleim, Staub und Pollen, bevor du dich hinlegst. Mit einer Nasendusche mit Spülsalz lässt du eine lauwarme Salzlösung durch die Nase laufen, über dem Waschbecken, etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. Spülst du kurz vorher, läuft beim Hinlegen noch etwas Wasser nach. Nimm immer abgekochtes und abgekühltes oder steriles Wasser mit der richtigen Dosierung Nasenspülsalz. Leitungswasser mit einer Prise Küchensalz ist nicht geeignet.
Wasche deine Bettwäsche öfter
Kissenbezug und Bettbezug bei 60 Grad gewaschen gehen Hausstaubmilben an, und ein allergendichter Bezug für Matratze und Kissen hilft zusätzlich. In der Heuschnupfenzeit lohnt sich Duschen vor dem Schlafen, damit die Pollen nicht im Kissen landen.
Nasenstrips für die Nacht
Ein Nasenstrip sitzt außen auf der Nase und hebt die Nasenflügel sanft an, sodass du leichter durch die Nase atmest. Er beseitigt die Ursache einer verstopften Nase nicht, aber er macht die engste Stelle deiner Nase weiter, und genau daran scheitern nachts viele. Die Anti-Schnarch-Nasenstrips von Comformidable sind dermatologisch getestet und von Dermatest® mit sehr gut bewertet. Kleb ihn auf eine saubere, trockene Nase, sonst löst sich der Kleber, sobald du schwitzt.
Noch kurz zum Mundtape: das ist für Menschen gedacht, die durch den Mund atmen, während die Nase frei ist. Ist deine Nase zu, benutz es nicht.
Wann du besser zum Arzt gehst
Alles oben hilft gegen das alltägliche Unbehagen. Es beseitigt keine medizinische Ursache. Vereinbare einen Termin bei deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn deine Nase wochenlang ohne Erkältung zu ist, wenn es immer dasselbe Nasenloch betrifft (das kann auf eine schiefe Nasenscheidewand hindeuten), wenn dein Partner Atemaussetzer im Schlaf bemerkt oder wenn du regelmäßig mit Kopfschmerzen aufwachst.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist meine Nase nur nachts verstopft?
Weil im Bett drei Dinge zusammenkommen: du liegst flach, wodurch die Schleimhaut anschwillt, die Luft im Schlafzimmer ist trockener als tagsüber, und nichts lenkt dich von deiner Atmung ab. Tagsüber bist du in Bewegung und dasselbe fällt dir nicht auf.
Warum wechselt es von Nasenloch zu Nasenloch?
Das ist der Nasenzyklus. Deine Nasenlöcher wechseln sich im Lauf einiger Stunden ab, Tag und Nacht. Liegst du auf der Seite, setzt sich das untere Nasenloch meist noch schneller zu.
Hilft ein Nasenspray aus der Drogerie?
Eine Salzlösung als Spray kannst du bedenkenlos benutzen. Bei einem abschwellenden Nasenspray ist der Beipackzettel wichtig: die sind für ein paar Tage gedacht, und bei längerem Gebrauch können die Beschwerden nach dem Absetzen zurückkommen. Frag in deiner Apotheke nach.
Kann ich einen Nasenstrip die ganze Nacht tragen?
Ja, ein Nasenstrip ist für eine ganze Nacht gedacht. Zieh ihn morgens vorsichtig ab, am besten unter der Dusche oder mit einem nassen Waschlappen, dann löst sich der Kleber leichter.
Liegt dir deine Nase im Bett schon wochenlang quer? Fang heute Abend mit den einfachen Dingen an: Kopf etwas höher, tagsüber lüften, vor dem Schlafen die Nase spülen. Hilft das nur halb, schau bei Atmen & Schlafen, was noch helfen kann.